Samstag, 20. September 2008
Lang lang ists her....
Die TEC hat inzwischen auch schon wieder lange angefangen und ich steh schon wieder kurz vor meinen zweiten Partials. Im Prinzip is es genau das Gleiche wie letztes Semester, tausend Projekte, noch mehr Teams, noch viel mehr Hausaufgaben und nur bedingt Spaß... :-)
Allerdings muss ich sagen, dass ich dieses Semester weit weniger gestresst bin und das ganze etwas mexikanischer angehen lasse (was vielleicht auch an dem zunehmenden mexikanischen Einfluss liegen könnte). Es is also eigentlich soweit alles paletti!
Nun aber zum eigentlichen Grund,warum ich mich endlich aufraffe zu schreiben. Ich war mal wieder unterwegs. Der Anlass war das lange Wochenende über den "Dia de la Independencia" - der Mexikanische Nationalfeiertag.
Geplant war eigentlich, drei oder vier Tage nach Guadaljara (der zweitgrößten Stadt Mexikos) zu gehen und sich dort Stadt und Umgebung anzuschauen.
Da sich aber wie gesagt der mexikanische Lebensstil bei mir immer breiter macht, hat der Plan sich ungefähr 20 mal geändert was mich zwischenzeitlich doch etwas gestresst hat - weil auch wirklich alles anders gelaufen ist, als ich mir das auf gut deutsche durchgeplante Art so ausgemalt hatte. Geendet hat es also damit, dass ich mit Gerry erst einen Tag in Aguascalientes, einer wirklich nicht sehenswerten Stadt, verbracht habe um auf einen Freund von ihm zu warten, der aber (völlig überraschend) den Bus am vorabend nicht mehr bekommen hatte und deswegen schlappe 12 Stunden zu spät war... nun ja, passiert halt. Dann hat sich aber ein anderer Freund von Gerry gemeldet, der in Leon (3 Stunden von Aguascalientes entfernt) wohnt, und gemeint, wir müssen ihn unbedingt ganz schnell besuchen kommen. Lange Rede kurzer Sinn, es wurden kurzerhand die Bustickets getauscht, den anderen Kumpel haben wir ca. 5 minuten gesehen, und schwups mussten wir auch schon zum Bus rennen. In Leon, war es dann recht nett, ich hab den Tag mit dem Kumpel und den Kumplen von Kumplen verbracht, erst bei einem zweite Liga Fußballspiel, was wider Erwarten ganz nett war, ganz und gar nicht wegen der Spielqualität, aber weil die Stimmung (trotz der Qualität) einfach cool war und wir schonmal angefangen haben Tequila zu trinken (war ja schließlich bald Unabhängigkeitstag, da trinkt man Traditionelles....)
Weiter gings dann langsam in ein kleines Dorf etwas abgelegen, in dem das Cowboy-Event des Jahres stattgefunden hat. Das war tatsächlich sehr lustig! (erstmal war ich schon angeheitert) und außerdem war es einfach total lustig zum anschauen: Vorwiegend Macho-Männer mit Cowboy Hüten und Stiefeln, manchmal auch einen typischen Sombrero. Überall standen kleine Bands, und Mariachis die Norteno-Schunkelmusik gespielt haben.
Leider habe ich das eigentlich Event nicht sehen können, erstmal da wir (wiedermal völlig überraschender Weise) recht spät dran waren und zweitens weil es wie aus Kübeln angefangen hat zu regnen. Aber ich habe mir erzählen lassen, dass da die ganzen Cowboys mit ihren coolen Klamotten (und meist auch net sooo schlecht aussehend) in einer Arena auf ihren Pferden hinter ner Kuh hergalopieren und versuchen die mim Lasso einzufangen - also alles furchtbar cool und männlich ;-)
Nun ja, da ich das ganze aber leider nicht live betrachten konnte, haben wir uns halt mit den anderen Machos unter eine der Planen gequätscht, und auf gut mexikanische Art mit Musik und viel Krach gebechert - sehr cool! (Um halb 7 war ich dann dicht)
Nach einigem hick hack (was ich zur Schonung meiner eigenen Nerven lieber nicht wiedergebe) haben wir gerade noch in letzter Minute den Bus nach Guadalajara gekriegt.
Da kamen wir dann mitten in der Nacht an um uns dann von dem Taxifahrer sagen zu lassen, dass wir unser Hotel so ungefähr in der schlimmsten Ecke (der Schwulen und Prostituierten Ecke) ausgesucht haben und dass es hier ganz und gar nicht sicher ist... etwas beunruhigt haben wir uns aber trotzdem dort schlafen gelegt (auf einem Kissen mit Lippenstift-Kussmund....mmmmmh lecker).
Am nächsten Tag haben wir dann Guadaljara angeschaut. Eine sehr schöne Stadt, allerdings hats mal wieder kräftig geschüttet. Das hat dann auch nicht mehr wirklich aufgehört, was ein bischen blöd war, weil an diesem Tag die Feier des "Dia de la Independencia" stattfand.
Ah ja, in der zwischenzeit hatte auch der Kumpel von ganz am Anfang zu uns gefunden und auch Nadine und Tanja waren schon in Guadalajara, sodass wir dann abends zu fünft losgezogen sind. Der "Dia de la Independencia" läuft in Mexiko so ab, dass um 11 Uhr nachts, alle auf den Hauptplatz vor dem Regierungspalast pilgern und dort warten bis der Präsident auf sein Balkönchen steigt und dann den berühmten "Grito de la Independencia" (den Unabhängigkeits Schrei) verliest. Den ersten Teil der Rede hab ich nicht ganz verstanden - da es zu laut war und zu viel geregnet hat - aber enden tut das ganze so, dass der Präsident ungefähr 5 mal "viva Mexico - viva Jalisco (das is der Bundesstaat)" ruft und das Volk antwortet jedesmal mit einem Lauten "VIVA!!!" und am Schluss endet alles in lautem Gejohle, einem riesen Fest mit Fahnen und Singen und einem gigantischen Feuerwerk! Alles sehr spaßig und fröhlich (und in Deutschland nicht zu denken).
Ich hab soger extra einen kleinen Film für euch gefilmt, aber jetzt sagt das doofe Pikasa, dass er zu groß is und ich kann ihn erst nicht hochladen :-(
Am nächsten Tag haben wir nach langem Ausschlafen und etwas verkatert noch ein kleines sehr malerisches Dörfchen besucht und dann gings auch schon wieder mit dem Nachtbus nach hause, ins gute alte Monterrey. (Ach ja, ich hatte ganz vergessen zu erzählen, dass ich unterwegs Gerrys und mein Ticket in Leon liegen lassen hatte und es deswegen noch ein wenig Stress gab, ob wir denn überhaupt mit fahren können, aber alles ist doch nochmal Gut gegangen)
Ja, das war mein etwas turbulentes aber durch und durch mexikanisches Wochenende!
Das wars auch schon wieder, ich versprech ich meld mich auf jeden Fall beim nächsten schreibenswerten Ereignis :-)
Ganz viele Liebe Grüße nach Deutschland!!!!!
Montag, 2. Juni 2008
Urlaub in Chiapas und Oaxaca
In der Nähe von Oaxaca gibt es dann auch mal wieder Ruinen zu besichtigen - Monte Albán. Is ganz nett, aber es reicht dann auch mal mit den ganzen Steinen und leider war fast gar nichts begehbar, sodass es etwas langweilig war.
Da wir ja nur noch zu dritt waren, und die anderen auch die Autos mitgenommen haben, haben wir auch einmal einen organisierten Trip mitgemacht, der einen zu verschiedenen Dörfern und kleineren Sehenswürdigkeiten in der Umgebung gebracht hat, wie zum Beispeil eine Teppich Manufaktur, einen riesigen Baum mit 58Metern Umfang und mal wieder zu Ruinen. Das ganze war ein sehr lustiger Tag, weil außer uns noch drei total verrückte Israelis mitgegangen sind. alle so um die Mitte 20 aber aufgeführt haben sie sich wie 17. Wir hatten viel rumzualbern und zu quatschen :-)
Nach Oaxaca hat uns schließlich auch Charlotte verlassen um nach Frankreich zurück zufliegen und Nadine und ich sind zurück nach Villahermosa (mal wieder 12 Stunden grandiose Busfahrt) wo unser Flieger ging. Und Villahermosa war der absolute Tiefpunkt meines bisherigen Aufenthalts in Mexiko. Erstmal ist es dort hässlich, ich finde noch schlimmer wie Monterrey, dann gibt es absolut NICHTS zu sehen, es ist mal wieder tropisch Schwül, es regnet wenn mans grad gar nicht brauchen kann, das Hotel war eine schreckliche Absteige und das Schlimmste sind die Leute. Ja, ich seh ja ein, dass wir anders aussehen, wir sind ca. einen Kopf größer als der Durchschnitt, wir haben helle Haut und helle Haare, aber das is verdammt nochmal kein Grund uns anzustarren wie die Tiere im Zoo. Ich war irgendwann so sauer, weil wirklich alle Männer uns so auffällig hinterhergestarrt haben, sich sogar aus dem Auto rausgelehnt haben um uns hinterher zu gaffen und meistens noch irgend einen dummen Satz parat hatten. Wir waren wirklich froh, als wir wieder in Monterrey waren, wo die Leute wieder etwas größer und etwas heller sind und es (wenigstens nicht alle) für nötig halten uns dumm anzulabern und anzugaffen.
Trotz des etwas ätzenden Schlusses, war der Trip aber insgesamt wieder unheimlich schön und wieder komplett anders! Schade dass es der letzte mit den ganzen Franzosen war :-(
Dienstag, 13. Mai 2008
Die Entstellung
Da ich nämlich seit Deutschland nicht mehr beim Friseur war und mir meine Haare aufgrund der zunehmenden Hitze etwas zu warm wurden, hatte ich heute die fatale Idee meine Haare schneiden zu lassen. Als aller erstes muss man sagen, dass es hier keine richtigen Friseursalons wie in Deutschland gibt, in denen gut ausgebildete Friseure arbeiten. In Mexiko sind das kleine Geschäfte, meist in einem Teil eines Wohnhauses in dem sich die Frau des Hauses oder irgendeine möchte gern Kreative sich ein wenig Geld dazu verdient. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich mich erst jetzt zum Friseur getraut habe, weil aus meinem doch etwas dünnen und fadenscheinigen Haar nicht unbedingt einfach eine halbwegs gescheite Frisur zu machen ist (was auch in Deutschland schon zu dem einen oder anderen Ungeschick geführt hat).
Nach langem hin und her, habe ich mich also für einen kleinen Salon bei mir um die Ecke entschieden - schwerer Fehler. Schon als ich reinkam stellte ich fest dass die zwei Haarschneiderinnen die exakt gleiche Frisur hatten wie das Mädel auf dem Stuhl, der gerade die Haare geschnitten wurden. Das ließ in mir gleich die (begründete) Befürchtung aufkommen, dass es sich dabei um die einzige "Frisur" handelt, die die gute Frau zusammenschneiden kann. Und die mag ja auch beim dicken, schwarzen Durchschnittshaar der Mexikanerinnen ganz passabel aussehen, aber eben nicht bei meinem Flockenhaar, bei dem man um jedes bischen Volumen kämpfen muss. Todesmutig habe ich mich doch auf den Stuhl gesetzt in der Hoffung das die Schneidetante doch feststellt, dass diese Frisur bei mir nicht funktioniert. Hat sie nicht.
Jetzt habe ich noch die eine oder andere Franse schlaff von meinem Haupt herunter hängen - jeder Ansatz von Volumen wurde im Kaim erstickt und wenn das nicht ich selbst wäre die ich da im Spiegel sehen würde, müsste ich laut lachen, so bin ich eher am Heulen.
Nun ja, gerade bin ich jedenfalls dabei mir zu überlegen wo ich mich die nächsten Wochen, bis das schlimmste Übel rausgewachsen ist verstecken kann.
Ich bitte also um Verzeihung, wenn ich auf den nächsten Urlaubsfotos eher selten zu sehen sein werde,....
Bis bald eure entstellte Conny
Mittwoch, 9. April 2008
Semana Santa
Zacatecas
Es wird etwas schwierig werden die ganzen Eindrücke meines Oster-Road-Trips durch die Kolonialstädte Mexikos und Mexiko-Stadt so zusammenzufassen, dass das wichtigste drin ist und auch noch jemand liest, was ich geschrieben habe. Aber ich werds mal versuchen…(Und wer zu faul ist zu lesen, kann sich ja die Bilder mit den Bildunterschriften anschauen)
Los gings also gleich früh morgens am ersten Ferien Tag (wir wollen ja hier jede nur denkbare Minute nutzen, die wir aus Monterrey raus können) mit dem Auto nach Zacatecas. Es war das erste Mal, dass ich die Landschaft, die so um Monterrey ist gesehen habe und es hat mich total erstaunt! Nach Monterrey kommt erstmal stundenlang nichts! Kakteen, trockene Hügel und Berge und sonst nix. Sogar die Autobahnraststätten sind verlassen und verfallen…
Zacatecas liegt zwischen mehreren Hügeln und erinnert einen durch den Kolonialstil der Häuser recht stark an Spanien, nur, dass die Häuser (vor allem rund herum, also quasi in den „Wohngebieten“) viel bunter sind. Die Häuser in Mexiko sind wirklich in allen erdenklichen Farben gestrichen aber das high-light war eins, das komplett im schrecklichsten barbi-rosa angestrichen war.
Nach unserem ersten Rundgang durch die Stadt und dem einen oder anderen Bierchen auf der Terrasse unseres Hostels sind wir abends schließlich noch in die „Minen-Disco“. Dazu muss man wissen, dass die Kolonialstädte hauptsächlich auf Grund von reichen Silbervorkommen entstanden sind. Und in einer dieser alten Mine ist jetzt eine Disco. Seeehr cool! Man fährt mit nem kleinen Zügle zirka 10 Minuten in den Berg hinein und kommt dann in eine große Höhle in der die Disko ist. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass die Nacht lange und feucht-fröhlich wurde ;-)
Guanachuato
Am nächsten Tag sind wir dann noch mit der echt schweizerischen Gondelbahn vom einen Hügel der Stadt auf den nächsten gefahren bei der man eine großartige Sicht über die Stadt hat.
Danach gings dann weiter nach Guanachuato. Meine Lieblingsstadt auf dieser Reise. Man kommt erstmal nur durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem in die Stadt hinein, was dem ganzen das Flair einer alten unbesiegbaren Festung gibt. Da es gerade Palmsonntag war, als wir die Stadt besichtigt haben, gab es überall Menschen, die Palmwedel verkauft haben und die Kirchen waren brechend voll egal wo und zu welcher Tageszeit. Die Leute standen sogar vor der Kirche! Hier habe ich auch eine der schönsten Markthallen gesehen! Die beschreib ich aber nicht, da reichen die Fotos. Abends haben wir mal wieder die Aussicht auf die Stadt von einem der umliegenden Hügel bei Sonnenuntergang genossen und danach den Abend gemütlich im Hostel gekocht.
Querétaro
In Querétaro konnten wir im Haus – oder besser gesagt in der Riesen-Villa – eines Freundes von Matthias übernachten. Da die aber etwas außerhalb war und wir ziemlich k.o. von der Autofahrt haben wir nur einen Nachmittag in Querétaro verbracht, das auch sehr schön ist, aber dann auch irgendwie nicht mehr soo besonders nachdem man schon die anderen Städte gesehen hat. Schön war allerdings, dass Esteban (der Freund bei dem wir übernachtet haben) uns durch die Stadt geführt hat und wir deswegen Ecken gesehen haben, die wir bestimmt sonst nicht entdeckt hätten.
Nachdem Esteban Koch wird, hatten wir an dem Abend ein ausgezeichnetes „Carne Asada“ (Grillen) und erstklassigen Wein (der preislich und qualitativ sicher einiges über dem 2,89€ Lidel-Wein lag, den ich mir in Deutschland immer kaufe) – die Franzosen waren im Glück. Am nächsten morgen, sind wir dann noch im privaten Swimmingpool der Nachbarschaft (in der alle Häuser ungefähr doppelt so groß sind wie meins daheim) und im privat See (um den die privat Golfanlage angelegt ist) baden gegangen und sind gegen Nachmittag schließlich weiter nach Mexiko-Stadt gefahren.
Mexiko-Stadt
Den ersten Eindruck den ich von Mexiko-Stadt hatte war: „Wow ist das riesig!“, die Stadt scheint kein Ende zu nehmen, was daran liegt, dass die Mexikaner auf Grund des vielen Platzes den sie in ihrem großen Land haben nicht in die Höhe sondern eben in die Breite bauen. Das fällt schon in Monterrey auf, aber hier ist es einfach mega.
Da wir ziemlich erledigt waren haben wir uns erst am nächsten Tag auf Entdeckungstour gemacht und eigentlich die ganze Zeit nur damit verbracht die Sehenswürdigkeiten rund um den Zocalo anzuschauen. Der Zocalo war schon zu Zeit der Azteken der Hauptplatz der Stadt und ist es auch heute noch. Auf der einen Seite des Platzes steht der Regierungspalast in dem einige der berühmtesten Wandgemälde von Diego Rivera zu sehen sind. Diese gigantisch großen Wandgemälde zeigen die Geschichte Mexikos und Szenen aus dem Leben des präkolonialen Mexikos.
Auf der anderen Seite gibt es dann noch die Kathedrale zu sehen und schließlich die Ruinen der alten Azteken Hauptstadt Tenotchtitlan. Leider sind sie schon so durch Überbauungen zerstört worden, dass man sich die Pracht dieser Indianerstadt nur noch sehr schwer vorstellen kann. Von den tausend anderen Sehenswürdigkeiten, die wir sonst noch angeschaut haben will ich nur noch das Bildungsministerium erwähnen. Hier waren noch mal in zwei Patios und auf drei Etagen Wandgemälde von Diego Rivera zu sehen. Ich glaube, der gehört seit dem definitiv zu meinen neuen Lieblingskünstlern, erstmal wegen seines klaren, farbenfrohen Malstils und zweitens, weil ich es toll finde, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat mit seinen Bildern die bewegte Geschichte und das Leben in Mexiko früher und auch heute wiederzuspiegeln.
Abends waren wir leider immer viel zu erschlagen von den ganzen Eindrücken, die wir tagsüber gesammelt hatten, sodass wir nie abends wirklich weg gegangen sind und so nie das Nachtleben in Mexiko-Stadt miterlebt haben…
Teotihuacan
Unsere letzte Station hat uns dann nach zu den Tempel-Ruinen von Teotihuacan, etwa eine Stunde außerhalb von Mexiko-Stadt geführt. Der Plan war, dort auf ein Musikfestival zu gehen und so haben wir uns für unschlagbare 25€ zwei mistige Zelte im Supermarkt gekauft um dort zu übernachten. Das Ganze war jetzt nich sooo der Hit. Das Musikfestival war nicht der Renner, erstmal wegen der Musik und zweitens haben wir das Durchschnittsalter zirka um 3 Jahre gehoben und auch die Idee mit dem Zelten war mehr als schlecht. Wir hatten nämlich nicht bedacht, dass es trotz der ca. 30 – 35°C Tagestemperatur nachts auf Grund der hohen Lage schweinisch abkühlt. Und so war diese Nacht eine der kältesten und unbequemsten (ich konnte mir die Steine eher in den Po oder in der Rücken gestochen haben) die ich je erlebt habe. Die Musik ging ungefähr bis 4:30 Uhr morgens und ich habe eigentlich die ganze Zeit nur durchgezittert – ein traumhaftes Gefühl!!!
Nachdem das Festival also nicht sooo der Erfolg war, haben wir uns wenigstens noch die Ruinen angeschaut und die haben doch für einige Unannehmlichkeiten der Nacht entschädigt: Das Areal ist riesig, mit zwei krassen Pyramiden und dazwischen unzähligen kleineren Stufenpyramiden.
Ja, das war mein unheimlich toller und ereignisreicher Ostertrip. Leider viel zu kurz und leider auch nicht ganz so erholsam wie erhofft aber trotzdem genial! Den Rest könnt ihr euch dann in Bildform anschauen. (wenn ihr überhaupt bis hier untern durchgelesen habt…)
Montag, 7. April 2008
Xilitla
Nachdem ich es ja immer noch nicht geschafft habe über Semana Santa zu schreiben (aber ich verspreche ich mach es bald) werde ich jetzt zuerst über meinen letzten Wochenendtrip nach Xilitla schreiben. Wir waren nur drei Tage unterwegs und wir mussten sehr viel Auto fahren, aber es hat sich mehr als gelohnt. Die Landschaft Mexikos erstaunt und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Sobald man Monterrey verlässt, fährt man für Stunden durch nichts. Nur Straße, trockene Steppe (oder Savanne – ich hab in Erdkunde nicht genug aufgepasst) mit Kakteen und imposanten Bergketten. Schon in Semana Santa hat mich diese unendlich scheinende Weite mit so gut wie keiner Zivilisation begeistert. Aber auf der Strecke nach Xilitla ändert sich die Landschaft langsam – es wird immer grüner, die Formen der Berge und Hügel werden weicher, die Luft wird immer wärmer und feuchter und irgendwann ist man im Urwald. Die Straße führt durch winzig kleine Bauerndörfer in denen das Leben noch großteils auf der Straße stattzufinden schein. Fließendes Wasser und Strom gibt es in den meisten Teilen nicht. Die kleinen Häuser sind zwischen Bananenstauden, Palmen und anderen tropisch wirkenden Bäumen versteckt und immer wieder.
Meine Beschreibung kommt leider nicht annähernd an die Realität heran – es ist eine der schönsten und andersartigen Landschaften die ich bisher gesehen habe.
Nach 7 Stunden Autofahrt kamen wir jedenfalls in Xilitla, das hoch an einem Hang liegt, an. Sobald man aus dem klimatisierten Auto aussteigt, erschlägt einen schier die feuchte Hitze.
Für unsere Verhältnisse ist Xilitla ein kleines Dorf aber für die Gegend dort wohl die „große Stadt“. Die engen Straßen sind voll mit Menschen, überall sind Straßenhändler und die Häuser mit den vielen kleinen Läden sind dicht aneinander gedrängt.
Fleisch wird einfach so an einem Haken aufgehängt ohne jegliche Kühlung verkauft und die Händler verscheuchen immer wieder die Fliegen die sich auf das Fleisch setzten wollen mit ihren Muckenbatschen – lecker. Das Ganze hat uns jedoch nicht abgeschreckt und wir haben trotzdem reichlich eingekauft um einen feuchtfröhlichen Grill-Abend auf der Dachterrasse unseres Hostels zu verbringen.
Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen haben, haben wir am Samstag dann die surrealistischen Gärten von Edward James besucht. Das war ein Engländer der in der 40er Jahren nach Xilitla kam und von der Natur so begeistert war, dass er mitten in den Urwald einen Garten mit allen möglichen Figuren, Terrassen und Gebäuden im Stil von Dalí gebaut hat. Der Garten ist inzwischen leicht verwildert und so fühlt man sich wie in den Ruinen einer Elben-Stadt aus „Herr der Ringe“. Und umso weiter man die Pfade hinauf läuft, desto verwilderter und unberührter wurde die Natur und so befanden wir uns schließlich über einem Wasserfall und liegen immer weiter flussaufwärts durch den Urwald – einfach wunderschön!
Das Wasser war so klar und schön, dass ich es mir natürlich nicht verkneifen konnte immer wieder darin rumzuwaten und so hat es mich – oh Wunder – schließlich reingefetzt…
Das haben wir dann aber zum Anlass genommen und sind alle in dem erstaunlich kalten Wasser Baden gegangen (aber diesmal nur mit Badsach).
Am Sonntag gings, nach einem kurzen Spaziergang über den Markt – der die Stadt noch enger, voller und bunter erscheinen lässt – schon wieder auf die Rückreise. Die haben wir allerdings mit zwei wunderschönen Schwimmpausen unterbrochen. Die eine an einer Quelle, an der die Mexikaner aus den umliegenden Dörfchen zum Baden und Wäschewaschen kommen, und die andere mal wieder an einem Wasserfall. Traumhaft schön! Es hatte zwar unheimlich viele Mexikaner, die hierher offensichtlich ihre Sonntagsausflüge machen, aber das konnte der Natur keinen Abschlag machen!
Insgesamt, war es also mal wieder ein genialer Trip und – im Gegensatz zu Semana Santa, wo es schon fast zu viel zu sehen gab – durch und durch erholsam. Schade, dass es vermutlich der letzte Trip für eine ganze Weile sein wird, da wir bald in die Endphase des Semesters kommen und die Franzosen (und so gut wie alle Internationals hier) Ende Mai schon wieder nach hause gehen.
Dienstag, 26. Februar 2008
Dies und das...
Hot Dog con todo
Auf unserem Heimweg kommen Nadine und ich immer an einigen Tapas und Hot Dog Buden vorbei. Und nachdem unser Kühlschrank, wie so oft, mal wieder leer war, haben wir uns letzte Woche dafür entschieden, mal einen Hot Dog auszuprobieren. Wir hatten uns bisher noch nicht wirklich getraut, da du Würste hier eine etwas unnatürlich anmutende knallrote Farbe haben. In unserem Übermut entschieden wir dann ein "Hot Dog con todo" zu nehmen - wenn schon denn schon! In Deutschland würde man bei "mit allem" verschiedene Beläge wie Tomate, Salat,... erwarten. Hier ist das anders. Man bekommt auch eine Scheibe Tomate und auch Zwiebeln aber weil man ja unbedingt alles haben wollte, bekommt man dann auch gleich alle 5 verschiedenen Soßen drauf geklatscht: Ketchup, Majo, Käsesoße, Senf und Salsa. Das ganze sah dann so aus:
Valentines Tag
Valentines Tag hier ist toll - alles wird pink. Sogar die Tec. Und jeder schenkt jedem irgendwas in pink oder aus (schlechter) Schokolade- auch wenn man nich verliebt is. Und damit es auch richtig peinlich wird, bieten manche Stände in der Tec auch die Möglichkeit an, dass dem/der Allerliebsten die Geschenke auch direkt im Unterricht vor versammelter Mannschaft übergeben werden - nein wie nett!

Busfahren
Woran erkennt man auf dem Bild, dass das eine Bushaltestelle sein soll?
Genau. An gar nichts. Wenn man, so wie wir, täglich an dieser Stelle vorbei läuft, dann wird man manchmal Leute dort warten sehen und manchmal auch einen Bus, der tatsächlich immer an der gleichen Stelle anhält. Woher die Leute allerdings wissen, wann sie sich da hinstellen müssen ist MIR nicht klar.... Ich bevorzuge also weiterhin Taxis, die sind billiger als Busse in Deutschland und halten da an wo ich will.
Notenflexibilität
Wie ihr vielleicht wisst sind die ersten Partials vorbei (und die nächsten stehen schon vor der Tür) und daher hab ich auch schon die ersten Noten. Die Notengebung hier ist interessant. Erstmal muss man wissen, dass die meisten Zwischenprüfungen hier reine Multiple-Choice-Tests sind, was nicht unbedingt mein Geschmack ist. Aber gut.
Dann werden hier Noten in Prozent gegeben (100% is also logischerweise das Beste). In unserem ersten Partial hab ich eine 88 bekommen. Ich war zufrieden. Allerdings hat der Klassenbeste nur eine 92 geschrieben und unsere Lehrerin meinte, dass der Beste doch 100 bekommen sollte, was hieß alle anderen bekommen auch 8% mehr. War ich also bei 96 - fand ich nett! Als ich aber am nächsten Tag auf die Online-Notenplattform schaute stand da dann 97! Noch besser! Die Erklärung kam dann nächste Stunde: Wenn man alle Hausaufgaben abgibt, dann bekommt man nochmal was dazu. Naja, hatte ich zwar nicht gemacht, aber beschweren werd ich mich nicht...
Allerdings muss ich sagen, nicht alle Fächer waren so einfach und die Noten sind auch nur in diesem Fach so drastisch nach oben gegangen.
Schulweg und Tec
Seit heute stehen jetzt auch endlich Bilder von der Tec und von meinem Schulweg (*g*) online!
Dienstag, 5. Februar 2008
1.-3. Februar - Sonne, Meer, Strand und über 30°C
Das haben wir natürlich gleich genutzt um unseren ersten Trip raus aus Monterrey zu unternehmen.
Und so gings am Freitag morgen los in die Karibik - auf die Insel Cozumél!
Wie nötig ich diese Auszeit hatte konnte man daran erkennen, dass ich am Freitag morgen erstmal schier den Flug verpasst hab, weil ich nämlich um schlappe 2 Stunden verschlafen hatte... Nun ja, ich habs noch geschaft und so kamen wir (Tanja, ich und drei Fra
Mit unsere Unterkunft hatten wir totales Glück. Für umgerechnet 10 € die Nacht, haben wir in einem uralten wunderschön renovierten B&B gewohnt und auch unser Vermieter war super nett und war ganz begeistert als er gehört hat, dass wir von Monterrey kommen, wo er nämlich auch studiert hatte.
Nachmittags haben wir natürlich gleich unsere Badesachen ausgepack und sind unverzüglich zum Strand. Das Meer da ist einfach wunderschön! Es ist total klar und warm - ich hätte stundenlang einfach vor mich hindümpeln können...
Und abends sind wir dann mit unserem Vermieter und einem total lustigen Engländer (Phil), der auch da wohnte, was trinken gegangen. Ein mega lustiger abend, auch wenn wirs leider nicht mehr in die Disco geschafft haben, weil das Disco Angebot ungefähr so gut war wie in Pforzheim.
Am Samstag sind wir dann mit der Fähre aufs Festland, die Maya Ruinen in Tulúm besichtigen. Absolut beeindruckend, wie man an den 100 000 Bildern sehen kann, die ich gemacht habe :-)
Da unser Vermieter uns versprochen hatte, heute abend für uns zu kochen beschlossen wir also uns das eine oder andere alkoholische Getränk zu besorgen und den abend bei reichlich Essen und Trinken auf der Terasse zuhause zu verbringen (nachdem das mit den Dissen ja eh nix war).
Bevor wir also zurück nach Cozumél gefahren sind, machten wir noch einen Abstecher zum Supermarkt. Und dort erwartete uns eine bittere Enttäuschung...
Auf Cozumél und in der Umgebung waren nämlich am Sonntag Wahlen. Man könnte eigentlich denken, das hat nichts mit unseren Alkoholplänen für den abend zu tun - falsch, in Mexiko ist das fataler Weise entscheidend! Da wird nämlich ab Samstag bis Sonntag abend kein Alkohol in noch so kleinen Mengen mehr verkauft, damit die Mexikaner auch ja ihre fünf Sinne beieinander haben, wenn sie dann wählen gehen (seeehr klug: die Mexikaner kaufen sich ihren Alkohol eben vorher und die einzigen die drunter leiden müssen, sind die ahnungslosen armen Touristen). Nun ja, nachdem wir auch den verzweifelten Gedanken uns Perfüm oder Rotweinessig zu kaufen fallen gelassen hatten, mussten wir Wohl unter Übel unverrichteter Dinge nach hause zurückkehren.
Aber, das Glück war an dem Abend doch noch mit uns: Im Hostel waren nämlich zwei neue Gäste angekommen, die (klüger also wir) am Tag davor eine ganze Flasche Rum und Cola gekauft hatten! Juhuu! So wurde der Abend doch noch lang und sehr lustig!
Für Sonntag schließlich hatten wir uns dann ein Auto gemietet, mit dem wir ein Bisschen über die Insel gecruised sind und nach der Besichtigung einer weiteren alten Maya Stadt mal wieder am Strand gelandeten. Da es an diesem Tag aber sehr windig war und wir an der Küste, die zum offen Meer hinaus geht waren, waren auch die Wellen nicht gerade von schlechten Eltern...
Tanja und ich waren eigentlich die ganze nur Zeit damit beschäftigt, immer zwischen zweien dieser Mörderwellen unsere Bikinies wieder an Ort und Stelle zu schieben...Aber es war toll!!!
Ja, und dann gings abends auch schon wieder zurück in die kalte, harte Realität, denn am Montag warteten auf uns alle schon wieder diverse Team-meetings, Quizze und andere schöne Dinge, die der Unialltag hier so mitsich bringt.
Alles in allem war dieses Wochenende aber einfach toll! Genau die richtige Mischung aus Strand und Kultur und ich glaube wir sind alle erholt und wie völlig neue Menschen nach hause gekommen. Wenn ich es irgendwie schaffe, will ich da unbedingt nochmal hin!