Nachdem ich es ja immer noch nicht geschafft habe über Semana Santa zu schreiben (aber ich verspreche ich mach es bald) werde ich jetzt zuerst über meinen letzten Wochenendtrip nach Xilitla schreiben. Wir waren nur drei Tage unterwegs und wir mussten sehr viel Auto fahren, aber es hat sich mehr als gelohnt. Die Landschaft Mexikos erstaunt und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Sobald man Monterrey verlässt, fährt man für Stunden durch nichts. Nur Straße, trockene Steppe (oder Savanne – ich hab in Erdkunde nicht genug aufgepasst) mit Kakteen und imposanten Bergketten. Schon in Semana Santa hat mich diese unendlich scheinende Weite mit so gut wie keiner Zivilisation begeistert. Aber auf der Strecke nach Xilitla ändert sich die Landschaft langsam – es wird immer grüner, die Formen der Berge und Hügel werden weicher, die Luft wird immer wärmer und feuchter und irgendwann ist man im Urwald. Die Straße führt durch winzig kleine Bauerndörfer in denen das Leben noch großteils auf der Straße stattzufinden schein. Fließendes Wasser und Strom gibt es in den meisten Teilen nicht. Die kleinen Häuser sind zwischen Bananenstauden, Palmen und anderen tropisch wirkenden Bäumen versteckt und immer wieder.
Meine Beschreibung kommt leider nicht annähernd an die Realität heran – es ist eine der schönsten und andersartigen Landschaften die ich bisher gesehen habe.
Nach 7 Stunden Autofahrt kamen wir jedenfalls in Xilitla, das hoch an einem Hang liegt, an. Sobald man aus dem klimatisierten Auto aussteigt, erschlägt einen schier die feuchte Hitze.
Für unsere Verhältnisse ist Xilitla ein kleines Dorf aber für die Gegend dort wohl die „große Stadt“. Die engen Straßen sind voll mit Menschen, überall sind Straßenhändler und die Häuser mit den vielen kleinen Läden sind dicht aneinander gedrängt.
Fleisch wird einfach so an einem Haken aufgehängt ohne jegliche Kühlung verkauft und die Händler verscheuchen immer wieder die Fliegen die sich auf das Fleisch setzten wollen mit ihren Muckenbatschen – lecker. Das Ganze hat uns jedoch nicht abgeschreckt und wir haben trotzdem reichlich eingekauft um einen feuchtfröhlichen Grill-Abend auf der Dachterrasse unseres Hostels zu verbringen.
Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen haben, haben wir am Samstag dann die surrealistischen Gärten von Edward James besucht. Das war ein Engländer der in der 40er Jahren nach Xilitla kam und von der Natur so begeistert war, dass er mitten in den Urwald einen Garten mit allen möglichen Figuren, Terrassen und Gebäuden im Stil von Dalí gebaut hat. Der Garten ist inzwischen leicht verwildert und so fühlt man sich wie in den Ruinen einer Elben-Stadt aus „Herr der Ringe“. Und umso weiter man die Pfade hinauf läuft, desto verwilderter und unberührter wurde die Natur und so befanden wir uns schließlich über einem Wasserfall und liegen immer weiter flussaufwärts durch den Urwald – einfach wunderschön!
Das Wasser war so klar und schön, dass ich es mir natürlich nicht verkneifen konnte immer wieder darin rumzuwaten und so hat es mich – oh Wunder – schließlich reingefetzt…
Das haben wir dann aber zum Anlass genommen und sind alle in dem erstaunlich kalten Wasser Baden gegangen (aber diesmal nur mit Badsach).
Am Sonntag gings, nach einem kurzen Spaziergang über den Markt – der die Stadt noch enger, voller und bunter erscheinen lässt – schon wieder auf die Rückreise. Die haben wir allerdings mit zwei wunderschönen Schwimmpausen unterbrochen. Die eine an einer Quelle, an der die Mexikaner aus den umliegenden Dörfchen zum Baden und Wäschewaschen kommen, und die andere mal wieder an einem Wasserfall. Traumhaft schön! Es hatte zwar unheimlich viele Mexikaner, die hierher offensichtlich ihre Sonntagsausflüge machen, aber das konnte der Natur keinen Abschlag machen!
Insgesamt, war es also mal wieder ein genialer Trip und – im Gegensatz zu Semana Santa, wo es schon fast zu viel zu sehen gab – durch und durch erholsam. Schade, dass es vermutlich der letzte Trip für eine ganze Weile sein wird, da wir bald in die Endphase des Semesters kommen und die Franzosen (und so gut wie alle Internationals hier) Ende Mai schon wieder nach hause gehen.
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