Sonntag, 22. März 2009

Mein Trip mit Stray

Ich muss zugeben, so richtig ne Ahnung was mich auf meinem Kurztrip mit Stray eigentlich erwartet, hatte ich nicht. Meine Erwartungen waren auch nicht gerade hoch, denn Gruppen- und Busreisen is so eigentlich nix fuer mich. Bestimmt lauter Menschen, die zu faul sind Reisefuehrer zu lesen und sich Unterkunft zu organisieren und ueberhaupt sicher alle komisch, weil sie beim Reisen unbedingt ihre Freunde auf einem Praesentierteller (oder besser in Form einer Busladung) serviert haben wollen. Und was die Sehenswuerdigkeiten angeht, sicher auch nur die teuersten Mainstream Sachen.(Ich weiss, eine super Einstellung, vor allem wenn man sowas auch noch verkaufen soll).


Aber (zum Glueck) lag ich recht weit daneben:


Am Dienstag gings also los in Richtung Osten nach Hahei auf der Coromandel Peninsula mit wunderschoenen Straenden!


Nachdem ich in den vier Tagen so viel wie moeglich Erleben wollte (natuerlich rein aus dem Aspekt, dass ich nachher auch guten Gewissens Empfehlungen und Ratschlaege an Kunden weitergeben kann und sicher nicht weil alles fuer Stray Mitarbeiter um sonst war), habe ich mich gleich fuer die Kayaktour entlang der Kueste gemeldet. War wirklich schoen... wenn auch anstrengend UND man stelle sich vor!!! Ich bin tatsaechlich Seekrank geworden, als wir um eine der Inselchen an einer etwas "wilderen" Stelle vorbei gekommen sind (...in diesem Moment habe ich meine Plaene Segeln zu lernen aufgegeben :-( )


Abends wurde dann zusammen gegrillt, und so hat man sich auch ein bischen besser kennengelernt. Ich war erstaunt wie nett und normal alle waren! Jeder hat mal mit jedem geplaudert und desto spaeter der abend und desto leerer die Flaschen wurden umso lockerer wurde die Stimmung :-)


Die Hauptattraktion des naechsten Tages war Wellenreiten in Raglan, anscheinend einer der beruehmtesten Surferstraende der Welt... hatte ich noch nie gehoert. Wellenreiten hab ich aber trotzdem ausprobiert. Ich wuerde mich jetzt nicht als Naturtalent bezeichen (vor allem nachdem ich die Fotos von meinen spektakulaeren Spruengen - oder besser Faellen - vom Brett gesehen habe) aber ich hatte ne Menge Spass! Gen Schluss hab ich es sogar geschafft ein paar mal auf meinem Brett fuer bestimmt 5 oder 6 Sekunden zu stehen - jippiiiiie!!!

Dieses Wochenende geh ich gleich nochmal hin, diesmal aber mit der Praktikumsorganisation von Gerry und gleich fuer zwei volle Tage!!! Freu mich schon total!



Am Donnerstag war Gluehwuermchen in den Waitomocaves angesagt! Ein tolles Erlebnis durch die stockdunklen Hoelen mit dem Boot zu fahren und an der Decke erleuchten abermillionen Gluehwuemchen wie Sterne die Decke! Dabei sind das echt boese Viecher! Die immitieren naemlich absichtich die Sterne, damit kleine Fliegen die gerade frisch aus dem Fluss kommen in der Hoffnung auf paarungswillige Zeitgenossen zu treffen in Richtung Sternenhimmel fliegen und dann in den klebrigen Faeden der Gluehwuermchen haengen bleiben :-(

Uebernachtet haben wir dann in einem echten Maori Dorf bzw in einem Marae - einem Maori Meeting House. Begruesst wurden wir mit einer Tanzvorstellung bei der wir dann auch mitmachen durften/mussten. Sehr lustig, vor allem der Kriegstanz der Maenner :-)

Danach hat uns noch der Stammesfuehrer ein bischen mehr ueber ihre Kultur und Geschichte erzaehlt waerend wir alle im Matrazenlager im Marae lagen - ein bischen wie eine Maerchenstunde aus einer anderen Welt!
Was mich an den Maoris hier beeindruckt ist, dass sie voll integriert sind, keiner wird wegen der dunkleren Hautfarbe oder ihrer Lebensweise diskriminiert und ihre Sprache hoert man sie auch sehr oft sprechen. Ganz anders als in Mexiko!


Mein letzter Tag fing in Rotorua an, einem der Haupttouristenattraktionen in Neuseeland. Hier sind naemlich erstmal 70% der Bevoelkerung Maori und ausserdem stinkt es hier ueberall nach faulen Eiern - oder besser Schwefel, der hier wegen der nur sehr duennen Erdkruste und der auf grund dessen bestehenden vulkanischen Aktivitaet entsteht. Alle Welt kommt also hier her um in den stinkenden (natuerlich-) warmen Pools zu duempeln, dessen Wasser anscheinend so gut fuer die Haut ist (und einen tagelang wie ein zu spaet gefundenes Osterei riechen laesst) (Soni, Svenja, ein Paradies fuer euch *g*). Da mir das nicht unbedingt so liegt, hab ich lieber ein Maoridorf besichtigt in dem auch uberall der Boden aufgeplatzt ist und diese natuerlichen heissen Pools (zum Teil ueber 200Grad) entstanden sind. Darin und in den heissen aufsteigenden Daempfen kochen dann die Dorfbewohner. Mitten im Dorf befinden sich auch Geisire, die immerwieder 20 bis 30m hohe Wasserfontainen in die Luft schiessen. Nicht unbedingt der Ort in dem ich leben will, wenn man bedenkt, dass erst letztes Jahr in einem der Haeuser ein neuer Geisir durch den Wohnzimmerfussboden geschossen kam und die Familie (zum Glueck unbeschadet) ausziehen musste... aber das gedaempfte Essen war sehr lecker ;-)

Nach Rotorua kam der kroenende Abschluss und das absolte Highlight meines kleinen Trips - mein Skydive aus 15 000 feet (so ungefaehr 4,5 km) Hoehe - 60 sekunden freefall... ahhhh

Dabei wollt ich eigentlich gar nicht, alle haben ewig an mich hingeredet, wie toll das is und dass man das unbedingt mal gemacht haben muss, aber ich als Oberschisser, konnte den Reiz aus einem Flugzeug zu springen und mit 200km/h auf die Erde zuzuschiessen nur wenig nachvollziehen. Aber ich hatte keine richtige Wahl... "Ach, du bist von Stray? Cool, dass du hier bist, du bist schon eingeplant fuer die 15 000 feet, hier ist deine Ausruestung, und T-shirt und DVD gibts auch!" Toll.... was mach ich jetzt ??? PAAANIK! Irgendwie sass ich also dann kurz spaeter im Flieger und ich muss sagen, einfach genial, schon der Flug ist toll, die Aussicht ist grandios! Auf einen riesen See und Kilometerweit in alle Richtungen! Meine Nervositaet stieg erst wieder als die drei anderen vor mir mit einem "schwup" einfach aus dem Flugzeug verschwanden und nur noch ich - jetzt mit meinen Fuessen aus dem Flugzeug baumelnd - im Flieger sass (Gott, ich werd allein vom Schreiben nochmal nervoes), und dann fliegt man mit unheimlicher Geschwindigkeit durch die Luft, alles dreht sich, keine Ahnung wo oben und unten ist... erst gegen Ende des freefalls kann man wirklich um sich schaun und dann ist es einfach nur WOW!!!! Das Herz klopft einem bis zum Hals aber es ist schoen! Und dann geht der Fallschirm auf und ploetzlich ist alles so ruhig und friedlich und man kann die bahnbrechende Aussicht voll geniessen! Ein mega Erlebnis! Und nicht halb so schlimm wie ich dachte! Wenn ihr die Chance bekommt, macht es auch!!!

Ja, das war also mein Stray Trip, ich waer gern laenger geblieben...

Erstes Lebenszeichen aus Neuseeland

Ich weiss, ich weiss, es ist schon laengst ueberfaellig dass ich mal wieder was von mir hoeren lasse... Zu meiner Verteidigung, erst hatte ich daheim die ganze Zeit Probleme mit dem Internet und letzte Woche war ich auf "Geschaeftsreise" - aber dazu spaeter.
Ich habe mich hier inzwischen nach fast 4 Wochen gut eingelebt. Ich wohne in einer WG zusammen mit Gerry, noch einem Englaender (Oliver) und einem Kiwi (Deano). Alle sind sehr nett auch wenn ich mir manchmal etwas komisch vorkomme als das einzige Maedchen und auch noch als die Freundin von einem... Aber wir kommen gut klar, auch wenn Gerry sich manchmal wuenschen wuerde, dass ich weniger auf Gleichberechtigung im Haushalt bestehen wuerde - einfach doof, dass diese emanzipierten Europaeerinnen nicht vor Freude strahlen, wenn sie ihren Liebsten bekochen und bewaschen koennen... :-)
Auckland gefaellt mir sehr gut! Es hat fuer mich gar kein Grossstadtgefuehl da man unheimlich schnell in irgendeinen Park gelangen kann oder ans Meer. Ueberhaupt ist es toll am Meer zu wohnen: am Wochenende kann man auf eine der vielen vorgelagerten Inseln fahren oder an den Strand etwas ausserhalb der Stadt gehen. Bisher is auch das Wetter noch gut, was ich toll finde, ich hatte irgendwie mit viel herbstlicherem Wetter gerechnet und hab mir gleich nen netten Sonnenbrand geholt, weil hier die Sonne echt mega stark is (das Ozon Loch is direkt ueber mir).
Ausgehen kann man auch ganz gut, obwohl es mich nicht vom Hocker haut, Mexiko und sogar Stuttgart find ich eigentlich besser. Gerry hat aber schon so viele Leute kennengelernt - hauptsaechlich Latinos (so vergess ich mein Spanisch schon nicht) - sodass es eigentlich immer ganz lustig ist.
In der ersten Woche habe ich auch eine Columbianerin kennengelernt, die hier rumgereist ist. Und so habe ich spontan einen zwei Tages Trip mit ihr in Richtung Norden, zur Bay of Islands gemacht, was wirklich sehr schoen ist! Neuseeland ist uebrigens tatsaechlich so gruen wie auf den Bildern und hat auch tatsaechlich unzaehlige Schafe und Kuehe.
Ja, und dann hat letzte Woche mein Praktikum angefangen, viel gearbeitet habe ich allerdings noch nicht.
Aber erstmal, fuer alle die noch nicht wissen bei wem ich mein Praktikum mache, ich arbeite bei Stray (siehe Link und Logo rechts - ich muss ein Bischen Werbung machen), einer Firma die Bustouren durch Neuseeland fuer Backpacker macht. Das Besondere an der Geschaeftsidee ist, dass man nicht die ganze Zeit im gleichen Bus durchfaehrt, sondern dass man eigentlich wo immer man will "off-hoppen" kann, ein paar Tage bleiben kann wo es einem gefaellt und dann mit dem naechsten Bus weiter fahren kann. So verliert das Ganze etwas seinen Massenabfertigungscharakter und man kann seine Reise individuell gestaltent und doch reist man nicht allein.
Fuer diese Firma arbeite ich also im Marketing Department. Und als ich am Montag ins Geschaeft kam wurde ich wirklich sehr nett begruesst und ausfuehrlich eingearbeitet und es scheint doch ein interesantes Praktikum zu werden (ich hatte ja meine schlimmsten Befuerchtungen,...). Aber das Beste war eigentlich, dass sie mich gleich am Dienstag fuer 5 Tage mit einem Stray Bus auf Reisen geschickt haben! Alles natuerlich geschaeftlich und deswegen wurde auch alles (wirklich alles) gezahlt. So kam ich also zu meiner ersten kleinen Rundreise auf der Nordinsel und hatte eine Menge Spass.
Und heute, wo ich wieder im Buero bin, wird mir aufgetragen meine Erlebnisse doch bitte in meinem Blog festzuhalten. So komme ich endlich ausfuehrlich zu schreiben - und das auch noch waehrend der Arbeitszeit, da kann man sich doch nicht beschweren...

Samstag, 20. September 2008

Lang lang ists her....

Ja, ich weiß es ist schon ewig her und ich hab euch bisher meinen ganzen Sommerurlaub und einiges mehr verschwiegen... Aber ich sags lieber gleich, ich hols auch nicht mehr nach. Ich kann mich schon garn nicht mehr an alles erinnern und deswegen hab ich einfach nur die Bilder mit ein paar Erläuterungen online gestellt. Das muss reichen ;-)

Die TEC hat inzwischen auch schon wieder lange angefangen und ich steh schon wieder kurz vor meinen zweiten Partials. Im Prinzip is es genau das Gleiche wie letztes Semester, tausend Projekte, noch mehr Teams, noch viel mehr Hausaufgaben und nur bedingt Spaß... :-)
Allerdings muss ich sagen, dass ich dieses Semester weit weniger gestresst bin und das ganze etwas mexikanischer angehen lasse (was vielleicht auch an dem zunehmenden mexikanischen Einfluss liegen könnte). Es is also eigentlich soweit alles paletti!

Nun aber zum eigentlichen Grund,warum ich mich endlich aufraffe zu schreiben. Ich war mal wieder unterwegs. Der Anlass war das lange Wochenende über den "Dia de la Independencia" - der Mexikanische Nationalfeiertag.
Geplant war eigentlich, drei oder vier Tage nach Guadaljara (der zweitgrößten Stadt Mexikos) zu gehen und sich dort Stadt und Umgebung anzuschauen.
Da sich aber wie gesagt der mexikanische Lebensstil bei mir immer breiter macht, hat der Plan sich ungefähr 20 mal geändert was mich zwischenzeitlich doch etwas gestresst hat - weil auch wirklich alles anders gelaufen ist, als ich mir das auf gut deutsche durchgeplante Art so ausgemalt hatte. Geendet hat es also damit, dass ich mit Gerry erst einen Tag in Aguascalientes, einer wirklich nicht sehenswerten Stadt, verbracht habe um auf einen Freund von ihm zu warten, der aber (völlig überraschend) den Bus am vorabend nicht mehr bekommen hatte und deswegen schlappe 12 Stunden zu spät war... nun ja, passiert halt. Dann hat sich aber ein anderer Freund von Gerry gemeldet, der in Leon (3 Stunden von Aguascalientes entfernt) wohnt, und gemeint, wir müssen ihn unbedingt ganz schnell besuchen kommen. Lange Rede kurzer Sinn, es wurden kurzerhand die Bustickets getauscht, den anderen Kumpel haben wir ca. 5 minuten gesehen, und schwups mussten wir auch schon zum Bus rennen. In Leon, war es dann recht nett, ich hab den Tag mit dem Kumpel und den Kumplen von Kumplen verbracht, erst bei einem zweite Liga Fußballspiel, was wider Erwarten ganz nett war, ganz und gar nicht wegen der Spielqualität, aber weil die Stimmung (trotz der Qualität) einfach cool war und wir schonmal angefangen haben Tequila zu trinken (war ja schließlich bald Unabhängigkeitstag, da trinkt man Traditionelles....)
Weiter gings dann langsam in ein kleines Dorf etwas abgelegen, in dem das Cowboy-Event des Jahres stattgefunden hat. Das war tatsächlich sehr lustig! (erstmal war ich schon angeheitert) und außerdem war es einfach total lustig zum anschauen: Vorwiegend Macho-Männer mit Cowboy Hüten und Stiefeln, manchmal auch einen typischen Sombrero. Überall standen kleine Bands, und Mariachis die Norteno-Schunkelmusik gespielt haben.
Leider habe ich das eigentlich Event nicht sehen können, erstmal da wir (wiedermal völlig überraschender Weise) recht spät dran waren und zweitens weil es wie aus Kübeln angefangen hat zu regnen. Aber ich habe mir erzählen lassen, dass da die ganzen Cowboys mit ihren coolen Klamotten (und meist auch net sooo schlecht aussehend) in einer Arena auf ihren Pferden hinter ner Kuh hergalopieren und versuchen die mim Lasso einzufangen - also alles furchtbar cool und männlich ;-)
Nun ja, da ich das ganze aber leider nicht live betrachten konnte, haben wir uns halt mit den anderen Machos unter eine der Planen gequätscht, und auf gut mexikanische Art mit Musik und viel Krach gebechert - sehr cool! (Um halb 7 war ich dann dicht)
Nach einigem hick hack (was ich zur Schonung meiner eigenen Nerven lieber nicht wiedergebe) haben wir gerade noch in letzter Minute den Bus nach Guadalajara gekriegt.
Da kamen wir dann mitten in der Nacht an um uns dann von dem Taxifahrer sagen zu lassen, dass wir unser Hotel so ungefähr in der schlimmsten Ecke (der Schwulen und Prostituierten Ecke) ausgesucht haben und dass es hier ganz und gar nicht sicher ist... etwas beunruhigt haben wir uns aber trotzdem dort schlafen gelegt (auf einem Kissen mit Lippenstift-Kussmund....mmmmmh lecker).
Am nächsten Tag haben wir dann Guadaljara angeschaut. Eine sehr schöne Stadt, allerdings hats mal wieder kräftig geschüttet. Das hat dann auch nicht mehr wirklich aufgehört, was ein bischen blöd war, weil an diesem Tag die Feier des "Dia de la Independencia" stattfand.
Ah ja, in der zwischenzeit hatte auch der Kumpel von ganz am Anfang zu uns gefunden und auch Nadine und Tanja waren schon in Guadalajara, sodass wir dann abends zu fünft losgezogen sind. Der "Dia de la Independencia" läuft in Mexiko so ab, dass um 11 Uhr nachts, alle auf den Hauptplatz vor dem Regierungspalast pilgern und dort warten bis der Präsident auf sein Balkönchen steigt und dann den berühmten "Grito de la Independencia" (den Unabhängigkeits Schrei) verliest. Den ersten Teil der Rede hab ich nicht ganz verstanden - da es zu laut war und zu viel geregnet hat - aber enden tut das ganze so, dass der Präsident ungefähr 5 mal "viva Mexico - viva Jalisco (das is der Bundesstaat)" ruft und das Volk antwortet jedesmal mit einem Lauten "VIVA!!!" und am Schluss endet alles in lautem Gejohle, einem riesen Fest mit Fahnen und Singen und einem gigantischen Feuerwerk! Alles sehr spaßig und fröhlich (und in Deutschland nicht zu denken).
Ich hab soger extra einen kleinen Film für euch gefilmt, aber jetzt sagt das doofe Pikasa, dass er zu groß is und ich kann ihn erst nicht hochladen :-(
Am nächsten Tag haben wir nach langem Ausschlafen und etwas verkatert noch ein kleines sehr malerisches Dörfchen besucht und dann gings auch schon wieder mit dem Nachtbus nach hause, ins gute alte Monterrey. (Ach ja, ich hatte ganz vergessen zu erzählen, dass ich unterwegs Gerrys und mein Ticket in Leon liegen lassen hatte und es deswegen noch ein wenig Stress gab, ob wir denn überhaupt mit fahren können, aber alles ist doch nochmal Gut gegangen)
Ja, das war mein etwas turbulentes aber durch und durch mexikanisches Wochenende!
Das wars auch schon wieder, ich versprech ich meld mich auf jeden Fall beim nächsten schreibenswerten Ereignis :-)
Ganz viele Liebe Grüße nach Deutschland!!!!!

Montag, 2. Juni 2008

Urlaub in Chiapas und Oaxaca

Sodele, mein 4. Semester ist jetzt auch geschafft. Nach den letzten (eher einfachen) Prüfungen und gefühlten 101 Teamarbeiten die wir noch abegeben mussten hab ich die ersten 5 Monate hier erfolgreich hinter mich gebracht. Und nachdem ich gestern schon wieder mit der Summerschool angefangen habe (und wirklich hoch motiviert bin) bin ich die letzten zwei Wochen mal wieder auf Reisen gewesen.

Diesmal gings nach Chiapas und Oaxaca, zwei der schönsten Bundesstaaten im Süden Mexikos.

Auf Grund des tropischen Wetters ist hier alles unheimlich grün und urwaldig und es gibt überall frische Früchte wie Mangos, Annanas, Kaktus und viele mehr, deren Namen ich nicht kenne.

Allerdings is das tropische Wetter nicht nur von Vorteil - als wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind, kamen wir uns vor als würden wir gegen eine Wand laufen. Vom klimatisierten Flugzeug steigt die Temperatur um ca. 20°C und die Luftfeuchtigkeit um 100%. Sofort fließt einem der Schweiß in Bächen über Gesicht, Rücken und einfach überall! Zur Verdeutlichung, stellt euch vor, ihr steht in Stuttgart in der Wilhelma im Tropenhaus - so ungefähr und noch schlimmer.

Meine erste Nacht in Palenque war also kuschelig warm. Am Tag drauf, haben wir dann die Ruinen von Palenque besucht. Die sind einfach gigantisch! Mitten im Urwald liegen diese noch richtig gut erhaltenen Pyramiden und man kommt sich vor wie ein Forscher, der diese Ruinen zum ersten Mal entdeckt und kann fast überall hinein und alles erkunden (gut, die anderen Touristen zerstören diese Illusion ein wenig...) Und als wir gerade ein wenig tiefer im weniger gut freigelegten Teil der Anlage waren, hören wir plötzlich ziemlich lautes Gekreische und Geschrei. Zuerst dachten wir das kommt vom Band und is irgendeine Touriatraktion, aber als wir dem Geräusch folgten, stellten wir fest, dass es wilde Affen waren! Man stelle sich vor, über uns, in drei oder vier Meter Höhe sitzt ein ganzes Rudel davon und klettert und streitet sich in den Ästen ohne sich auch nur im geringsten von irgendwelchen gaffenden Menschen stören zu lassen! Total cool!

Nach Palenque, gings dann weiter südlich Richtung Comitán. Auf dem Weg fähr man durch unvorstellbar schöne Landschaft und wir haben auch ein paarmal angehalten. Unter anderem an Auga Clara, einfach ein Fluss, aber unheimlich türkis und man kommt sich vor wie in einer Filmszenerie die es so in echt gar nicht gibt. Dort haben wir dann auch gebadet um unseren Dauerschweiß mal wieder abzuwaschen.

In Comitán oder besser etwas außerhalb, eigentlich mitten in der Pampa, haben wir dann in einer Anlage mit lauter zu vermietenden Holzhütten übernachtet. War echt schön und auf grund der höheren Lage auch zum Glück um einiges Kühler, nur die eine oder andere Schnake denen mein Blut mal wieder unheimlich gut geschmeckt haben zu schien störte ein wenig die Nachtruhe. Tagsüber haben wir die Lagunen von Montebello besucht. Ein Naturpark mit unzähligen Seen in den verschiedensten Farben. Von braun, grün, verschiedenste blautöne bis angeblich auch ins rot gehende. Das mit dem rot konnten wir allerdings nicht wirklich sehen. Trotzdem war es sehr schön!

Nächster Stop war San Christobal de las Casas. Eine kleine Stadt umgeben von lauter Indígenes Dörfern. Also Dörfern in denen quasi noch Indianer auf traditionelle weise wohnen und sich nur sehr wenig mit den Spaniern vermischt haben. Auf grund dessen, sind die Menschen dort auch in der Regel nicht größer als 1,50 eher kleiner und haben auch ganz andere Gesichtszüge. Diese Indianer kommen dann jeden Tag nach San Christobal um dort ihre traditionellen Produkte - hauptsächlich, Decken, Kleidung und Schmuck zu verkaufen. Es ist echt ein toller Markt, mit all den Farben und den Frauen die in ihren traditionellen Kleidern rumlaufen.

Von San Christobal haben wir auch Ausflüge in die benachbarten Dörfer gemacht, wovon eins ganz besonders beeindruckend ist. Die Bevälkerung hier hat die von den Spaniern errichtete christliche Kirche einfach für ihre eigenen Zwecke umgebaut. Alle christlichen Zeichen und auch die Bänke in der Kirche sind entfernt oder achtlos an die Wand gestellt. Der Boden ist mit Heu bedeckt und die ganzen Wände entlang stehen Kästen mit ihren Heiligen geschmückt mit unendlich vielen Blumen. Überall stehen und sitzen Menschen die vor tausenden von Kerzen laut beten. Eine Frau hatte soger ein Huhn dabei! Es ist sehr schwer zu beschreiben und leider durften wir auch keine Fotos machen, weil die Leute dort glauben, dass Fotos die Seele rauben. Aber die Atmosphäre dort ist unbeschreiblich - und völlig unchristlich ;-)

Außerdem sind wir noch zu einem nahe gelegenen Canyon gefahren und haben eine drei Stündige Bootsfahrt gemacht bei der wir echte, wilde und riesige Krokodile gesehen haben!

Das krasse in Chiapas ist, dass die Landschaft aufgrund der Höhenunterschiede so abwechslungsreich ist: Palenque ist so völlig anders (und so viel heißer) als San Christobal ( wo wir auch tagsüber manchmal mit Pulli rumgelaufen sind) oder als die Landschaft des Canyons.

Nach der ersten Woche, haben uns dann unsere zwei französischen Jungs und Debborah verlassen. Die Franzosen um zurück nach hause zu gehen, was echt schade ist weil wir durch unsere ganzen Trips richtig gute Freunde geworden sind.

Zu dritt, also mit Nadine und Charlotte gings dann weiter mit dem Nachtbus nach Oaxaca (eine unheimlich bequeme 12 Stundenfahrt...) dort haben wir dann die letzten fünf Tage verbracht.

Oaxaca ist ganz nett, aber durchaus nicht umwerfend und 5 Tage waren etwas zu viel. Das coolste war eigentlich der Markt. Riesengroß und es gibt einfach alles zu kaufen - Tiere, Blumen, Fleisch (natürlich ungekühlt), Käse, Obst, Gemüse, Klamotten, Elektrozeug und jede Menge anderen Müll. Ich könnte Tage auf solchen Märkten verbringen, so eng, so laut, so chaotisch und einfach unendlich viel zu sehen!
In der Nähe von Oaxaca gibt es dann auch mal wieder Ruinen zu besichtigen - Monte Albán. Is ganz nett, aber es reicht dann auch mal mit den ganzen Steinen und leider war fast gar nichts begehbar, sodass es etwas langweilig war.
Da wir ja nur noch zu dritt waren, und die anderen auch die Autos mitgenommen haben, haben wir auch einmal einen organisierten Trip mitgemacht, der einen zu verschiedenen Dörfern und kleineren Sehenswürdigkeiten in der Umgebung gebracht hat, wie zum Beispeil eine Teppich Manufaktur, einen riesigen Baum mit 58Metern Umfang und mal wieder zu Ruinen. Das ganze war ein sehr lustiger Tag, weil außer uns noch drei total verrückte Israelis mitgegangen sind. alle so um die Mitte 20 aber aufgeführt haben sie sich wie 17. Wir hatten viel rumzualbern und zu quatschen :-)
Nach Oaxaca hat uns schließlich auch Charlotte verlassen um nach Frankreich zurück zufliegen und Nadine und ich sind zurück nach Villahermosa (mal wieder 12 Stunden grandiose Busfahrt) wo unser Flieger ging. Und Villahermosa war der absolute Tiefpunkt meines bisherigen Aufenthalts in Mexiko. Erstmal ist es dort hässlich, ich finde noch schlimmer wie Monterrey, dann gibt es absolut NICHTS zu sehen, es ist mal wieder tropisch Schwül, es regnet wenn mans grad gar nicht brauchen kann, das Hotel war eine schreckliche Absteige und das Schlimmste sind die Leute. Ja, ich seh ja ein, dass wir anders aussehen, wir sind ca. einen Kopf größer als der Durchschnitt, wir haben helle Haut und helle Haare, aber das is verdammt nochmal kein Grund uns anzustarren wie die Tiere im Zoo. Ich war irgendwann so sauer, weil wirklich alle Männer uns so auffällig hinterhergestarrt haben, sich sogar aus dem Auto rausgelehnt haben um uns hinterher zu gaffen und meistens noch irgend einen dummen Satz parat hatten. Wir waren wirklich froh, als wir wieder in Monterrey waren, wo die Leute wieder etwas größer und etwas heller sind und es (wenigstens nicht alle) für nötig halten uns dumm anzulabern und anzugaffen.
Trotz des etwas ätzenden Schlusses, war der Trip aber insgesamt wieder unheimlich schön und wieder komplett anders! Schade dass es der letzte mit den ganzen Franzosen war :-(

Dienstag, 13. Mai 2008

Die Entstellung

Heute habe ich mich für umgerechnet 10 Euro auf grandiose Weise entstellen lassen.
Da ich nämlich seit Deutschland nicht mehr beim Friseur war und mir meine Haare aufgrund der zunehmenden Hitze etwas zu warm wurden, hatte ich heute die fatale Idee meine Haare schneiden zu lassen. Als aller erstes muss man sagen, dass es hier keine richtigen Friseursalons wie in Deutschland gibt, in denen gut ausgebildete Friseure arbeiten. In Mexiko sind das kleine Geschäfte, meist in einem Teil eines Wohnhauses in dem sich die Frau des Hauses oder irgendeine möchte gern Kreative sich ein wenig Geld dazu verdient. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich mich erst jetzt zum Friseur getraut habe, weil aus meinem doch etwas dünnen und fadenscheinigen Haar nicht unbedingt einfach eine halbwegs gescheite Frisur zu machen ist (was auch in Deutschland schon zu dem einen oder anderen Ungeschick geführt hat).
Nach langem hin und her, habe ich mich also für einen kleinen Salon bei mir um die Ecke entschieden - schwerer Fehler. Schon als ich reinkam stellte ich fest dass die zwei Haarschneiderinnen die exakt gleiche Frisur hatten wie das Mädel auf dem Stuhl, der gerade die Haare geschnitten wurden. Das ließ in mir gleich die (begründete) Befürchtung aufkommen, dass es sich dabei um die einzige "Frisur" handelt, die die gute Frau zusammenschneiden kann. Und die mag ja auch beim dicken, schwarzen Durchschnittshaar der Mexikanerinnen ganz passabel aussehen, aber eben nicht bei meinem Flockenhaar, bei dem man um jedes bischen Volumen kämpfen muss. Todesmutig habe ich mich doch auf den Stuhl gesetzt in der Hoffung das die Schneidetante doch feststellt, dass diese Frisur bei mir nicht funktioniert. Hat sie nicht.
Jetzt habe ich noch die eine oder andere Franse schlaff von meinem Haupt herunter hängen - jeder Ansatz von Volumen wurde im Kaim erstickt und wenn das nicht ich selbst wäre die ich da im Spiegel sehen würde, müsste ich laut lachen, so bin ich eher am Heulen.
Nun ja, gerade bin ich jedenfalls dabei mir zu überlegen wo ich mich die nächsten Wochen, bis das schlimmste Übel rausgewachsen ist verstecken kann.
Ich bitte also um Verzeihung, wenn ich auf den nächsten Urlaubsfotos eher selten zu sehen sein werde,....
Bis bald eure entstellte Conny

Mittwoch, 9. April 2008

Semana Santa

Zacatecas

Es wird etwas schwierig werden die ganzen Eindrücke meines Oster-Road-Trips durch die Kolonialstädte Mexikos und Mexiko-Stadt so zusammenzufassen, dass das wichtigste drin ist und auch noch jemand liest, was ich geschrieben habe. Aber ich werds mal versuchen…(Und wer zu faul ist zu lesen, kann sich ja die Bilder mit den Bildunterschriften anschauen)

Los gings also gleich früh morgens am ersten Ferien Tag (wir wollen ja hier jede nur denkbare Minute nutzen, die wir aus Monterrey raus können) mit dem Auto nach Zacatecas. Es war das erste Mal, dass ich die Landschaft, die so um Monterrey ist gesehen habe und es hat mich total erstaunt! Nach Monterrey kommt erstmal stundenlang nichts! Kakteen, trockene Hügel und Berge und sonst nix. Sogar die Autobahnraststätten sind verlassen und verfallen…

Zacatecas liegt zwischen mehreren Hügeln und erinnert einen durch den Kolonialstil der Häuser recht stark an Spanien, nur, dass die Häuser (vor allem rund herum, also quasi in den „Wohngebieten“) viel bunter sind. Die Häuser in Mexiko sind wirklich in allen erdenklichen Farben gestrichen aber das high-light war eins, das komplett im schrecklichsten barbi-rosa angestrichen war.

Nach unserem ersten Rundgang durch die Stadt und dem einen oder anderen Bierchen auf der Terrasse unseres Hostels sind wir abends schließlich noch in die „Minen-Disco“. Dazu muss man wissen, dass die Kolonialstädte hauptsächlich auf Grund von reichen Silbervorkommen entstanden sind. Und in einer dieser alten Mine ist jetzt eine Disco. Seeehr cool! Man fährt mit nem kleinen Zügle zirka 10 Minuten in den Berg hinein und kommt dann in eine große Höhle in der die Disko ist. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass die Nacht lange und feucht-fröhlich wurde ;-)

Guanachuato

Am nächsten Tag sind wir dann noch mit der echt schweizerischen Gondelbahn vom einen Hügel der Stadt auf den nächsten gefahren bei der man eine großartige Sicht über die Stadt hat.

Danach gings dann weiter nach Guanachuato. Meine Lieblingsstadt auf dieser Reise. Man kommt erstmal nur durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem in die Stadt hinein, was dem ganzen das Flair einer alten unbesiegbaren Festung gibt. Da es gerade Palmsonntag war, als wir die Stadt besichtigt haben, gab es überall Menschen, die Palmwedel verkauft haben und die Kirchen waren brechend voll egal wo und zu welcher Tageszeit. Die Leute standen sogar vor der Kirche! Hier habe ich auch eine der schönsten Markthallen gesehen! Die beschreib ich aber nicht, da reichen die Fotos. Abends haben wir mal wieder die Aussicht auf die Stadt von einem der umliegenden Hügel bei Sonnenuntergang genossen und danach den Abend gemütlich im Hostel gekocht.

Querétaro

In Querétaro konnten wir im Haus – oder besser gesagt in der Riesen-Villa – eines Freundes von Matthias übernachten. Da die aber etwas außerhalb war und wir ziemlich k.o. von der Autofahrt haben wir nur einen Nachmittag in Querétaro verbracht, das auch sehr schön ist, aber dann auch irgendwie nicht mehr soo besonders nachdem man schon die anderen Städte gesehen hat. Schön war allerdings, dass Esteban (der Freund bei dem wir übernachtet haben) uns durch die Stadt geführt hat und wir deswegen Ecken gesehen haben, die wir bestimmt sonst nicht entdeckt hätten.

Nachdem Esteban Koch wird, hatten wir an dem Abend ein ausgezeichnetes „Carne Asada“ (Grillen) und erstklassigen Wein (der preislich und qualitativ sicher einiges über dem 2,89€ Lidel-Wein lag, den ich mir in Deutschland immer kaufe) – die Franzosen waren im Glück. Am nächsten morgen, sind wir dann noch im privaten Swimmingpool der Nachbarschaft (in der alle Häuser ungefähr doppelt so groß sind wie meins daheim) und im privat See (um den die privat Golfanlage angelegt ist) baden gegangen und sind gegen Nachmittag schließlich weiter nach Mexiko-Stadt gefahren.

Mexiko-Stadt

Den ersten Eindruck den ich von Mexiko-Stadt hatte war: „Wow ist das riesig!“, die Stadt scheint kein Ende zu nehmen, was daran liegt, dass die Mexikaner auf Grund des vielen Platzes den sie in ihrem großen Land haben nicht in die Höhe sondern eben in die Breite bauen. Das fällt schon in Monterrey auf, aber hier ist es einfach mega.

Da wir ziemlich erledigt waren haben wir uns erst am nächsten Tag auf Entdeckungstour gemacht und eigentlich die ganze Zeit nur damit verbracht die Sehenswürdigkeiten rund um den Zocalo anzuschauen. Der Zocalo war schon zu Zeit der Azteken der Hauptplatz der Stadt und ist es auch heute noch. Auf der einen Seite des Platzes steht der Regierungspalast in dem einige der berühmtesten Wandgemälde von Diego Rivera zu sehen sind. Diese gigantisch großen Wandgemälde zeigen die Geschichte Mexikos und Szenen aus dem Leben des präkolonialen Mexikos.

Auf der anderen Seite gibt es dann noch die Kathedrale zu sehen und schließlich die Ruinen der alten Azteken Hauptstadt Tenotchtitlan. Leider sind sie schon so durch Überbauungen zerstört worden, dass man sich die Pracht dieser Indianerstadt nur noch sehr schwer vorstellen kann. Von den tausend anderen Sehenswürdigkeiten, die wir sonst noch angeschaut haben will ich nur noch das Bildungsministerium erwähnen. Hier waren noch mal in zwei Patios und auf drei Etagen Wandgemälde von Diego Rivera zu sehen. Ich glaube, der gehört seit dem definitiv zu meinen neuen Lieblingskünstlern, erstmal wegen seines klaren, farbenfrohen Malstils und zweitens, weil ich es toll finde, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat mit seinen Bildern die bewegte Geschichte und das Leben in Mexiko früher und auch heute wiederzuspiegeln.

Abends waren wir leider immer viel zu erschlagen von den ganzen Eindrücken, die wir tagsüber gesammelt hatten, sodass wir nie abends wirklich weg gegangen sind und so nie das Nachtleben in Mexiko-Stadt miterlebt haben…

Teotihuacan

Unsere letzte Station hat uns dann nach zu den Tempel-Ruinen von Teotihuacan, etwa eine Stunde außerhalb von Mexiko-Stadt geführt. Der Plan war, dort auf ein Musikfestival zu gehen und so haben wir uns für unschlagbare 25€ zwei mistige Zelte im Supermarkt gekauft um dort zu übernachten. Das Ganze war jetzt nich sooo der Hit. Das Musikfestival war nicht der Renner, erstmal wegen der Musik und zweitens haben wir das Durchschnittsalter zirka um 3 Jahre gehoben und auch die Idee mit dem Zelten war mehr als schlecht. Wir hatten nämlich nicht bedacht, dass es trotz der ca. 30 – 35°C Tagestemperatur nachts auf Grund der hohen Lage schweinisch abkühlt. Und so war diese Nacht eine der kältesten und unbequemsten (ich konnte mir die Steine eher in den Po oder in der Rücken gestochen haben) die ich je erlebt habe. Die Musik ging ungefähr bis 4:30 Uhr morgens und ich habe eigentlich die ganze Zeit nur durchgezittert – ein traumhaftes Gefühl!!!

Nachdem das Festival also nicht sooo der Erfolg war, haben wir uns wenigstens noch die Ruinen angeschaut und die haben doch für einige Unannehmlichkeiten der Nacht entschädigt: Das Areal ist riesig, mit zwei krassen Pyramiden und dazwischen unzähligen kleineren Stufenpyramiden.

Ja, das war mein unheimlich toller und ereignisreicher Ostertrip. Leider viel zu kurz und leider auch nicht ganz so erholsam wie erhofft aber trotzdem genial! Den Rest könnt ihr euch dann in Bildform anschauen. (wenn ihr überhaupt bis hier untern durchgelesen habt…)

Montag, 7. April 2008

Xilitla

Nachdem ich es ja immer noch nicht geschafft habe über Semana Santa zu schreiben (aber ich verspreche ich mach es bald) werde ich jetzt zuerst über meinen letzten Wochenendtrip nach Xilitla schreiben. Wir waren nur drei Tage unterwegs und wir mussten sehr viel Auto fahren, aber es hat sich mehr als gelohnt. Die Landschaft Mexikos erstaunt und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Sobald man Monterrey verlässt, fährt man für Stunden durch nichts. Nur Straße, trockene Steppe (oder Savanne – ich hab in Erdkunde nicht genug aufgepasst) mit Kakteen und imposanten Bergketten. Schon in Semana Santa hat mich diese unendlich scheinende Weite mit so gut wie keiner Zivilisation begeistert. Aber auf der Strecke nach Xilitla ändert sich die Landschaft langsam – es wird immer grüner, die Formen der Berge und Hügel werden weicher, die Luft wird immer wärmer und feuchter und irgendwann ist man im Urwald. Die Straße führt durch winzig kleine Bauerndörfer in denen das Leben noch großteils auf der Straße stattzufinden schein. Fließendes Wasser und Strom gibt es in den meisten Teilen nicht. Die kleinen Häuser sind zwischen Bananenstauden, Palmen und anderen tropisch wirkenden Bäumen versteckt und immer wieder.

Meine Beschreibung kommt leider nicht annähernd an die Realität heran – es ist eine der schönsten und andersartigen Landschaften die ich bisher gesehen habe.

Nach 7 Stunden Autofahrt kamen wir jedenfalls in Xilitla, das hoch an einem Hang liegt, an. Sobald man aus dem klimatisierten Auto aussteigt, erschlägt einen schier die feuchte Hitze.

Für unsere Verhältnisse ist Xilitla ein kleines Dorf aber für die Gegend dort wohl die „große Stadt“. Die engen Straßen sind voll mit Menschen, überall sind Straßenhändler und die Häuser mit den vielen kleinen Läden sind dicht aneinander gedrängt.

Fleisch wird einfach so an einem Haken aufgehängt ohne jegliche Kühlung verkauft und die Händler verscheuchen immer wieder die Fliegen die sich auf das Fleisch setzten wollen mit ihren Muckenbatschen – lecker. Das Ganze hat uns jedoch nicht abgeschreckt und wir haben trotzdem reichlich eingekauft um einen feuchtfröhlichen Grill-Abend auf der Dachterrasse unseres Hostels zu verbringen.

Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen haben, haben wir am Samstag dann die surrealistischen Gärten von Edward James besucht. Das war ein Engländer der in der 40er Jahren nach Xilitla kam und von der Natur so begeistert war, dass er mitten in den Urwald einen Garten mit allen möglichen Figuren, Terrassen und Gebäuden im Stil von Dalí gebaut hat. Der Garten ist inzwischen leicht verwildert und so fühlt man sich wie in den Ruinen einer Elben-Stadt aus „Herr der Ringe“. Und umso weiter man die Pfade hinauf läuft, desto verwilderter und unberührter wurde die Natur und so befanden wir uns schließlich über einem Wasserfall und liegen immer weiter flussaufwärts durch den Urwald – einfach wunderschön!

Das Wasser war so klar und schön, dass ich es mir natürlich nicht verkneifen konnte immer wieder darin rumzuwaten und so hat es mich – oh Wunder – schließlich reingefetzt…

Das haben wir dann aber zum Anlass genommen und sind alle in dem erstaunlich kalten Wasser Baden gegangen (aber diesmal nur mit Badsach).

Am Sonntag gings, nach einem kurzen Spaziergang über den Markt – der die Stadt noch enger, voller und bunter erscheinen lässt – schon wieder auf die Rückreise. Die haben wir allerdings mit zwei wunderschönen Schwimmpausen unterbrochen. Die eine an einer Quelle, an der die Mexikaner aus den umliegenden Dörfchen zum Baden und Wäschewaschen kommen, und die andere mal wieder an einem Wasserfall. Traumhaft schön! Es hatte zwar unheimlich viele Mexikaner, die hierher offensichtlich ihre Sonntagsausflüge machen, aber das konnte der Natur keinen Abschlag machen!

Insgesamt, war es also mal wieder ein genialer Trip und – im Gegensatz zu Semana Santa, wo es schon fast zu viel zu sehen gab – durch und durch erholsam. Schade, dass es vermutlich der letzte Trip für eine ganze Weile sein wird, da wir bald in die Endphase des Semesters kommen und die Franzosen (und so gut wie alle Internationals hier) Ende Mai schon wieder nach hause gehen.