Sonntag, 22. März 2009

Mein Trip mit Stray

Ich muss zugeben, so richtig ne Ahnung was mich auf meinem Kurztrip mit Stray eigentlich erwartet, hatte ich nicht. Meine Erwartungen waren auch nicht gerade hoch, denn Gruppen- und Busreisen is so eigentlich nix fuer mich. Bestimmt lauter Menschen, die zu faul sind Reisefuehrer zu lesen und sich Unterkunft zu organisieren und ueberhaupt sicher alle komisch, weil sie beim Reisen unbedingt ihre Freunde auf einem Praesentierteller (oder besser in Form einer Busladung) serviert haben wollen. Und was die Sehenswuerdigkeiten angeht, sicher auch nur die teuersten Mainstream Sachen.(Ich weiss, eine super Einstellung, vor allem wenn man sowas auch noch verkaufen soll).


Aber (zum Glueck) lag ich recht weit daneben:


Am Dienstag gings also los in Richtung Osten nach Hahei auf der Coromandel Peninsula mit wunderschoenen Straenden!


Nachdem ich in den vier Tagen so viel wie moeglich Erleben wollte (natuerlich rein aus dem Aspekt, dass ich nachher auch guten Gewissens Empfehlungen und Ratschlaege an Kunden weitergeben kann und sicher nicht weil alles fuer Stray Mitarbeiter um sonst war), habe ich mich gleich fuer die Kayaktour entlang der Kueste gemeldet. War wirklich schoen... wenn auch anstrengend UND man stelle sich vor!!! Ich bin tatsaechlich Seekrank geworden, als wir um eine der Inselchen an einer etwas "wilderen" Stelle vorbei gekommen sind (...in diesem Moment habe ich meine Plaene Segeln zu lernen aufgegeben :-( )


Abends wurde dann zusammen gegrillt, und so hat man sich auch ein bischen besser kennengelernt. Ich war erstaunt wie nett und normal alle waren! Jeder hat mal mit jedem geplaudert und desto spaeter der abend und desto leerer die Flaschen wurden umso lockerer wurde die Stimmung :-)


Die Hauptattraktion des naechsten Tages war Wellenreiten in Raglan, anscheinend einer der beruehmtesten Surferstraende der Welt... hatte ich noch nie gehoert. Wellenreiten hab ich aber trotzdem ausprobiert. Ich wuerde mich jetzt nicht als Naturtalent bezeichen (vor allem nachdem ich die Fotos von meinen spektakulaeren Spruengen - oder besser Faellen - vom Brett gesehen habe) aber ich hatte ne Menge Spass! Gen Schluss hab ich es sogar geschafft ein paar mal auf meinem Brett fuer bestimmt 5 oder 6 Sekunden zu stehen - jippiiiiie!!!

Dieses Wochenende geh ich gleich nochmal hin, diesmal aber mit der Praktikumsorganisation von Gerry und gleich fuer zwei volle Tage!!! Freu mich schon total!



Am Donnerstag war Gluehwuermchen in den Waitomocaves angesagt! Ein tolles Erlebnis durch die stockdunklen Hoelen mit dem Boot zu fahren und an der Decke erleuchten abermillionen Gluehwuemchen wie Sterne die Decke! Dabei sind das echt boese Viecher! Die immitieren naemlich absichtich die Sterne, damit kleine Fliegen die gerade frisch aus dem Fluss kommen in der Hoffnung auf paarungswillige Zeitgenossen zu treffen in Richtung Sternenhimmel fliegen und dann in den klebrigen Faeden der Gluehwuermchen haengen bleiben :-(

Uebernachtet haben wir dann in einem echten Maori Dorf bzw in einem Marae - einem Maori Meeting House. Begruesst wurden wir mit einer Tanzvorstellung bei der wir dann auch mitmachen durften/mussten. Sehr lustig, vor allem der Kriegstanz der Maenner :-)

Danach hat uns noch der Stammesfuehrer ein bischen mehr ueber ihre Kultur und Geschichte erzaehlt waerend wir alle im Matrazenlager im Marae lagen - ein bischen wie eine Maerchenstunde aus einer anderen Welt!
Was mich an den Maoris hier beeindruckt ist, dass sie voll integriert sind, keiner wird wegen der dunkleren Hautfarbe oder ihrer Lebensweise diskriminiert und ihre Sprache hoert man sie auch sehr oft sprechen. Ganz anders als in Mexiko!


Mein letzter Tag fing in Rotorua an, einem der Haupttouristenattraktionen in Neuseeland. Hier sind naemlich erstmal 70% der Bevoelkerung Maori und ausserdem stinkt es hier ueberall nach faulen Eiern - oder besser Schwefel, der hier wegen der nur sehr duennen Erdkruste und der auf grund dessen bestehenden vulkanischen Aktivitaet entsteht. Alle Welt kommt also hier her um in den stinkenden (natuerlich-) warmen Pools zu duempeln, dessen Wasser anscheinend so gut fuer die Haut ist (und einen tagelang wie ein zu spaet gefundenes Osterei riechen laesst) (Soni, Svenja, ein Paradies fuer euch *g*). Da mir das nicht unbedingt so liegt, hab ich lieber ein Maoridorf besichtigt in dem auch uberall der Boden aufgeplatzt ist und diese natuerlichen heissen Pools (zum Teil ueber 200Grad) entstanden sind. Darin und in den heissen aufsteigenden Daempfen kochen dann die Dorfbewohner. Mitten im Dorf befinden sich auch Geisire, die immerwieder 20 bis 30m hohe Wasserfontainen in die Luft schiessen. Nicht unbedingt der Ort in dem ich leben will, wenn man bedenkt, dass erst letztes Jahr in einem der Haeuser ein neuer Geisir durch den Wohnzimmerfussboden geschossen kam und die Familie (zum Glueck unbeschadet) ausziehen musste... aber das gedaempfte Essen war sehr lecker ;-)

Nach Rotorua kam der kroenende Abschluss und das absolte Highlight meines kleinen Trips - mein Skydive aus 15 000 feet (so ungefaehr 4,5 km) Hoehe - 60 sekunden freefall... ahhhh

Dabei wollt ich eigentlich gar nicht, alle haben ewig an mich hingeredet, wie toll das is und dass man das unbedingt mal gemacht haben muss, aber ich als Oberschisser, konnte den Reiz aus einem Flugzeug zu springen und mit 200km/h auf die Erde zuzuschiessen nur wenig nachvollziehen. Aber ich hatte keine richtige Wahl... "Ach, du bist von Stray? Cool, dass du hier bist, du bist schon eingeplant fuer die 15 000 feet, hier ist deine Ausruestung, und T-shirt und DVD gibts auch!" Toll.... was mach ich jetzt ??? PAAANIK! Irgendwie sass ich also dann kurz spaeter im Flieger und ich muss sagen, einfach genial, schon der Flug ist toll, die Aussicht ist grandios! Auf einen riesen See und Kilometerweit in alle Richtungen! Meine Nervositaet stieg erst wieder als die drei anderen vor mir mit einem "schwup" einfach aus dem Flugzeug verschwanden und nur noch ich - jetzt mit meinen Fuessen aus dem Flugzeug baumelnd - im Flieger sass (Gott, ich werd allein vom Schreiben nochmal nervoes), und dann fliegt man mit unheimlicher Geschwindigkeit durch die Luft, alles dreht sich, keine Ahnung wo oben und unten ist... erst gegen Ende des freefalls kann man wirklich um sich schaun und dann ist es einfach nur WOW!!!! Das Herz klopft einem bis zum Hals aber es ist schoen! Und dann geht der Fallschirm auf und ploetzlich ist alles so ruhig und friedlich und man kann die bahnbrechende Aussicht voll geniessen! Ein mega Erlebnis! Und nicht halb so schlimm wie ich dachte! Wenn ihr die Chance bekommt, macht es auch!!!

Ja, das war also mein Stray Trip, ich waer gern laenger geblieben...

Erstes Lebenszeichen aus Neuseeland

Ich weiss, ich weiss, es ist schon laengst ueberfaellig dass ich mal wieder was von mir hoeren lasse... Zu meiner Verteidigung, erst hatte ich daheim die ganze Zeit Probleme mit dem Internet und letzte Woche war ich auf "Geschaeftsreise" - aber dazu spaeter.
Ich habe mich hier inzwischen nach fast 4 Wochen gut eingelebt. Ich wohne in einer WG zusammen mit Gerry, noch einem Englaender (Oliver) und einem Kiwi (Deano). Alle sind sehr nett auch wenn ich mir manchmal etwas komisch vorkomme als das einzige Maedchen und auch noch als die Freundin von einem... Aber wir kommen gut klar, auch wenn Gerry sich manchmal wuenschen wuerde, dass ich weniger auf Gleichberechtigung im Haushalt bestehen wuerde - einfach doof, dass diese emanzipierten Europaeerinnen nicht vor Freude strahlen, wenn sie ihren Liebsten bekochen und bewaschen koennen... :-)
Auckland gefaellt mir sehr gut! Es hat fuer mich gar kein Grossstadtgefuehl da man unheimlich schnell in irgendeinen Park gelangen kann oder ans Meer. Ueberhaupt ist es toll am Meer zu wohnen: am Wochenende kann man auf eine der vielen vorgelagerten Inseln fahren oder an den Strand etwas ausserhalb der Stadt gehen. Bisher is auch das Wetter noch gut, was ich toll finde, ich hatte irgendwie mit viel herbstlicherem Wetter gerechnet und hab mir gleich nen netten Sonnenbrand geholt, weil hier die Sonne echt mega stark is (das Ozon Loch is direkt ueber mir).
Ausgehen kann man auch ganz gut, obwohl es mich nicht vom Hocker haut, Mexiko und sogar Stuttgart find ich eigentlich besser. Gerry hat aber schon so viele Leute kennengelernt - hauptsaechlich Latinos (so vergess ich mein Spanisch schon nicht) - sodass es eigentlich immer ganz lustig ist.
In der ersten Woche habe ich auch eine Columbianerin kennengelernt, die hier rumgereist ist. Und so habe ich spontan einen zwei Tages Trip mit ihr in Richtung Norden, zur Bay of Islands gemacht, was wirklich sehr schoen ist! Neuseeland ist uebrigens tatsaechlich so gruen wie auf den Bildern und hat auch tatsaechlich unzaehlige Schafe und Kuehe.
Ja, und dann hat letzte Woche mein Praktikum angefangen, viel gearbeitet habe ich allerdings noch nicht.
Aber erstmal, fuer alle die noch nicht wissen bei wem ich mein Praktikum mache, ich arbeite bei Stray (siehe Link und Logo rechts - ich muss ein Bischen Werbung machen), einer Firma die Bustouren durch Neuseeland fuer Backpacker macht. Das Besondere an der Geschaeftsidee ist, dass man nicht die ganze Zeit im gleichen Bus durchfaehrt, sondern dass man eigentlich wo immer man will "off-hoppen" kann, ein paar Tage bleiben kann wo es einem gefaellt und dann mit dem naechsten Bus weiter fahren kann. So verliert das Ganze etwas seinen Massenabfertigungscharakter und man kann seine Reise individuell gestaltent und doch reist man nicht allein.
Fuer diese Firma arbeite ich also im Marketing Department. Und als ich am Montag ins Geschaeft kam wurde ich wirklich sehr nett begruesst und ausfuehrlich eingearbeitet und es scheint doch ein interesantes Praktikum zu werden (ich hatte ja meine schlimmsten Befuerchtungen,...). Aber das Beste war eigentlich, dass sie mich gleich am Dienstag fuer 5 Tage mit einem Stray Bus auf Reisen geschickt haben! Alles natuerlich geschaeftlich und deswegen wurde auch alles (wirklich alles) gezahlt. So kam ich also zu meiner ersten kleinen Rundreise auf der Nordinsel und hatte eine Menge Spass.
Und heute, wo ich wieder im Buero bin, wird mir aufgetragen meine Erlebnisse doch bitte in meinem Blog festzuhalten. So komme ich endlich ausfuehrlich zu schreiben - und das auch noch waehrend der Arbeitszeit, da kann man sich doch nicht beschweren...