Ich muss zugeben, so richtig ne Ahnung was mich auf meinem Kurztrip mit Stray eigentlich erwartet, hatte ich nicht. Meine Erwartungen waren auch nicht gerade hoch, denn Gruppen- und Busreisen is so eigentlich nix fuer mich. Bestimmt lauter Menschen, die zu faul sind Reisefuehrer zu lesen und sich Unterkunft zu organisieren und ueberhaupt sicher alle komisch, weil sie beim Reisen unbedingt ihre Freunde auf einem Praesentierteller (oder besser in Form einer Busladung) serviert haben wollen. Und was die Sehenswuerdigkeiten angeht, sicher auch nur die teuersten Mainstream Sachen.(Ich weiss, eine super Einstellung, vor allem wenn man sowas auch noch verkaufen soll).Aber (zum Glueck) lag ich recht weit daneben:
Am Dienstag gings also los in Richtung Osten nach Hahei auf der Coromandel Peninsula mit wunderschoenen Straenden!
Nachdem ich in den vier Tagen so viel wie moeglich Erleben wollte (natuerlich rein aus dem Aspekt, dass ich nachher auch guten Gewissens Empfehlungen und Ratschlaege an Kunden weitergeben kann und sicher nicht weil alles fuer Stray Mitarbeiter um sonst war), habe ich mich gleich fuer die Kayaktour entlang der Kueste gemeldet. War wirklich schoen... wenn auch anstrengend UND man stelle sich vor!!! Ich bin tatsaechlich Seekrank geworden, als wir um eine der Inselchen an einer etwas "wilderen" Stelle vorbei gekommen sind (...in diesem Moment habe ich meine Plaene Segeln zu lernen aufgegeben :-( )
Abends wurde dann zusammen gegrillt, und so hat man sich auch ein bischen besser kennengelernt. Ich war erstaunt wie nett und normal alle waren! Jeder hat mal mit jedem geplaudert und desto spaeter der abend und desto leerer die Flaschen wurden umso lockerer wurde die Stimmung :-)
Die Hauptattraktion des naechsten Tages war Wellenreiten in Raglan, anscheinend einer der beruehmtesten Surferstraende der Welt... hatte ich noch nie gehoert. Wellenreiten hab ich aber trotzdem ausprobiert. Ich wuerde mich jetzt nicht als Naturtalent bezeichen (vor allem nachdem ich die Fotos von meinen spektakulaeren Spruengen - oder besser Faellen - vom Brett gesehen habe) aber ich hatte ne Menge Spass! Gen Schluss hab ich es sogar geschafft ein paar mal auf meinem Brett fuer bestimmt 5 oder 6 Sekunden zu stehen - jippiiiiie!!!
Dieses Wochenende geh ich gleich nochmal hin, diesmal aber mit der Praktikumsorganisation von Gerry und gleich fuer zwei volle Tage!!! Freu mich schon total!
Am Donnerstag war Gluehwuermchen in den Waitomocaves angesagt! Ein tolles Erlebnis durch die stockdunklen Hoelen mit dem Boot zu fahren und an der Decke erleuchten abermillionen Gluehwuemchen wie Sterne die Decke! Dabei sind das echt boese Viecher! Die immitieren naemlich absichtich die Sterne, damit kleine Fliegen die gerade frisch aus dem Fluss kommen in der Hoffnung auf paarungswillige Zeitgenossen zu treffen in Richtung Sternenhimmel fliegen und dann in den klebrigen Faeden der Gluehwuermchen haengen bleiben :-(
Uebernachtet haben wir dann in einem echten Maori Dorf bzw in einem Marae - einem Maori Meeting House. Begruesst wurden wir mit einer Tanzvorstellung bei der wir dann auch mitmachen durften/mussten. Sehr lustig, vor allem der Kriegstanz der Maenner :-)
Danach hat uns noch der Stammesfuehrer ein bischen mehr ueber ihre Kultur und Geschichte erzaehlt waerend wir alle im Matrazenlager im Marae lagen - ein bischen wie eine Maerchenstunde aus einer anderen Welt!
Was mich an den Maoris hier beeindruckt ist, dass sie voll integriert sind, keiner wird wegen der dunkleren Hautfarbe oder ihrer Lebensweise diskriminiert und ihre Sprache hoert man sie auch sehr oft sprechen. Ganz anders als in Mexiko!
Mein letzter Tag fing in Rotorua an, einem der Haupttouristenattraktionen in Neuseeland. Hier sind naemlich erstmal 70% der Bevoelkerung Maori und ausserdem stinkt es hier ueberall nach faulen Eiern - oder besser Schwefel, der hier wegen der nur sehr duennen Erdkruste und der auf grund dessen bestehenden vulkanischen Aktivitaet entsteht. Alle Welt kommt also hier her um in den stinkenden (natuerlich-) warmen Pools zu duempeln, dessen Wasser anscheinend so gut fuer die Haut ist (und einen tagelang wie ein zu spaet gefundenes Osterei riechen laesst) (Soni, Svenja, ein Paradies fuer euch *g*). Da mir das nicht unbedingt so liegt, hab ich lieber ein Maoridorf besichtigt in dem auch uberall der Boden aufgeplatzt ist und diese natuerlichen heissen Pools (zum Teil ueber 200Grad) entstanden sind. Darin und in den heissen aufsteigenden Daempfen kochen dann die Dorfbewohner. Mitten im Dorf befinden sich auch Geisire, die immerwieder 20 bis 30m hohe Wasserfontainen in die Luft schiessen. Nicht unbedingt der Ort in dem ich leben will, wenn man bedenkt, dass erst letztes Jahr in einem der Haeuser ein neuer Geisir durch den Wohnzimmerfussboden geschossen kam und die Familie (zum Glueck unbeschadet) ausziehen musste... aber das gedaempfte Essen war sehr lecker ;-)
Nach Rotorua kam der kroenende Abschluss und das absolte Highlight meines kleinen Trips - mein Skydive aus 15 000 feet (so ungefaehr 4,5 km) Hoehe - 60 sekunden freefall... ahhhh
Dabei wollt ich eigentlich gar nicht, alle haben ewig an mich hingeredet, wie toll das is und dass man das unbedingt mal gemacht haben muss, aber ich als Oberschisser, konnte den Reiz aus einem Flugzeug zu springen und mit 200km/h auf die Erde zuzuschiessen nur wenig nachvollziehen. Aber ich hatte keine richtige Wahl... "Ach, du bist von Stray? Cool, dass du hier bist, du bist schon eingeplant fuer die 15 000 feet, hier ist deine Ausruestung, und T-shirt und DVD gibts auch!" Toll.... was mach ich jetzt ??? PAAANIK! Irgendwie sass ich also dann kurz spaeter im Flieger und ich muss sagen, einfach genial, schon der Flug ist toll, die Aussicht ist grandios! Auf einen riesen See und Kilometerweit in alle Richtungen! Meine Nervositaet stieg erst wieder als die drei anderen vor mir mit einem "schwup" einfach aus dem Flugzeug verschwanden und nur noch ich - jetzt mit meinen Fuessen aus dem Flugzeug baumelnd - im Flieger sass (Gott, ich werd allein vom Schreiben nochmal nervoes), und dann fliegt man mit unheimlicher Geschwindigkeit durch die Luft, alles dreht sich, keine Ahnung wo oben und unten ist... erst gegen Ende des freefalls kann man wirklich um sich schaun und dann ist es einfach nur WOW!!!! Das Herz klopft einem bis zum Hals aber es ist schoen! Und dann geht der Fallschirm auf und ploetzlich ist alles so ruhig und friedlich und man kann die bahnbrechende Aussicht voll geniessen! Ein mega Erlebnis! Und nicht halb so schlimm wie ich dachte! Wenn ihr die Chance bekommt, macht es auch!!!
Ja, das war also mein Stray Trip, ich waer gern laenger geblieben...